Die Veganersekte Universelles Leben

Von der grundsätzlichen Religionskritik zur Kritik an UL ...


In Zeiten sozialer Unsicherheit und einer komplexer werdenden Lebenswelt gewinnen einfache Erklärungsmuster und höhere Wahrheiten immer wieder an Zugkraft - Religionen und Esoteriken profitieren davon. Die Unterordnung unter Werte, die außerhalb der menschlichen Erfahrungswelt stehen, ist Bestandteil jeder religiösen Ideologie. Daher verwundert auch nicht, dass religöse Strukturen streng hierarchisch aufgebaut sind und einen enormen Anpassungsdruck auf die einzelnen ausüben. Neben autoritären Grundlogiken finden sich innerhalb religiöser Gedankengebäude immer wieder auch rechte Muster: Karma-Lehren oder göttlicher Wille werden benutzt, um Ungleichbehandlung von Menschen zu rechtfertigen und als unabänderlich hinzustellen - auf diese Weise werden z.B. Geschlechterrollen und Rassismus zementiert oder der Holocaust zur "Vollstreckung des Schicksals". Nicht neu ist, dass mit Religionen und Esoteriken immer deutlich weltlichere Interessen verknüpft sind als die überirdischen Botschaften vermuten lassen, mit denen willige Schäfchen geködert werden sollen. Ob Kirchen oder andere Sekten - immer geht es um Macht und Ressourcen. Auch die Gruppierung "Universelles Leben" steht in der Kritik, eine Organisation mit totalitären Zügen und offenen Flanken zu rechten Ideologien zu sein, wie aus zahlreichen kritischen Publikationen und Stellungnahmen hervorgeht, die hier dokumentiert werden. Die Selbstbestimmung der Menschen ist jedenfalls ganz sicher nicht das Programm von UL


Wer bzw. was ist der Verein Universelles Leben?


Der Sitz des Universellen Leben in W�rzburg  Der Sitz des Universellen Leben in W�rzburg  Der Sitz des Universellen Leben in W�rzburg


Gründung:

1985 erfolgte die Umbenennung des 1977 gegründeten Heimholungswerk Jesus Christi in Universelles Leben (im folgenden UL).

Funktionäre:

Gabrielle Wittek; Alfred Schulte; Klaus Meurer; German Murer; Christian Sailert; Anni Haas

Programmatik:

Die "Gesandte Gottes" Wittek, ist die einzige Lehrautorität. Seit 1975 soll sie von ihrem "geistigen Bruder Emanuel" einem Engel, regelmäßig Offenbarungen übermittelt bekommen. Diese bilden die Lehre, welche als Gottes aktuelles Wort verstanden wird und alle Lebensbereiche betrifft. Die Lehre ist von der Vorstellung beherrscht, daß der Mensch eingebunden sei in eine hierarchische Geist- und Materiewelt und daß Gedanken geistige Kräfte sind. Negative Gedanken lösen Krankheiten bis Naturkatastrophen aus.

Zusammenarbeit:

Kontakte bestehen zur Bruderschaft Salem, auf die Zeitschriften CODE, Unabhängige Nachrichten wird sich bezogen und E. Franke-Grieckschs antisemitische Publikation "So wurde Hitler finanziert" sowie Eustace Mullins/Roland Bohlingers "Die Bankverschwörung" empfehlen sie. Es gab Beziehungen zu Hubertus Mynarek.

Bedeutung:

Dem UL mit seinem Konglomerat u.a. aus Christentum, Astrologie, Magie und Esoterik, bescheinigte ein bayrisches Verwaltungsgericht 1995 einen "Hang zum Totalitären". Das interne Papier Gemeindeordnung könne ein Instrument totalitären Machtanspruches in einem System von Bespitzelung und Überwachung sein. Die Mitglieder werden in physischer, geistiger und materieller Abhängigkeit gehalten. Ihr Hass auf die christlichen Kirchen und ihr Antisemitismus sind weitere Bezugselemente zum Rechtsextremismus. Sie propagieren einen Absolutheitsanspruch und streben einen weltweiten Christusstaat an.

(Quelle: Handbuch deutscher Rechtsextremismus, 1996, S. 393-394. Gefunden in: Braune Flecken 01/04)




Zitate - Anhaltspunkte für antisemitische Tendenzen innerhalb von UL?


In der Lehre des "Universellen Lebens" wird immer wieder das auch viele Esoteriken kennzeichnende Verursacherprinzip beschworden. Dieses wird so gewendet wird, dass Opfer von Gewalt diese selbst verursacht haben sollen - in ihrem jetzigen oder einem vorangegangen Leben (UL geht von der Reinkarnation aus). Im Zusammenhang mit der Judenverfolgung wird diese hochproblematische Gleichung auf die Spitze getrieben, indem mindestens nahe gelegt wird, dass die Opfer einer industriell organisierten Vernichtung selber dafür verantwortlich sind. Die folgenden Passagen sind Zitate


Prüft euch und euer Leben, ob ihr nicht in kleinen und in großen Dngen ähnlich denkt, redet und handelt wie die Juden zur damaligen Zeit. Auf diese Weise werden viele zum Judas. Sie werden dafür zu tragen haben - wenn nicht mehr in dieser Einverleibung, dann in den Seelenreichen oder in einer der nächsten Fleischwerdungen; denn der was der Mensch sät, das wird er ernten.
Seit nahezu 2000 Jahren ernten die Juden von einer Fleischwerdung zur anderen, was sie damals und auch in ihren weiteren Einverleibungen gesät haben - bis sie ihren Erlöser an- und aufnehmen und das bereuen, was sie verursacht haben.

(Quelle: Gabriele Wittek in: Das ist mein Wort, Universelles Leben e.V., 2. Auflage 1993)


„Das Reich Gottes auf Erden wird nicht dort sein, wo die Ichsucht der halsstarrigen Juden regiert und jener Menschen, die Mich nur dem Wort nach annehmen.“

(Quelle: Gabriele Wittek: Das ist Mein Wort, Alfa und Omega, Universelles Leben e.V.)


Dieser hat nach seiner eigenen Darstellung [...] u.a. folgendes geäußert: 'Sie spekulieren darüber, was diese Menschen, die in den Konzentrationslagern umkamen, nun ihrerseits für Belastungen hatten. Das will ich nicht tun, weil ich davon ausgehe: Das Gesetz arbeitet präzise. Die Nazis, die Gestapoleute sind sicherlich, deskriptiv gesehen, Vollstrecker des Schicksals... Obwohl es für den, der ermordet wird, karmisch dran ist, um es salopp zu sagen, belastet sich der, der es tut und muß gewärtigen, daß er gleiches oder ähnliches erleben muß; es sei denn er bereut und anerkennt und tut Buße... Sie wissen ja nicht, wer in diesen Juden inkarniert war. ... Das müssen nicht schon die Juden vom alten Israel gewesen sein. Sondern das sind Menschen, die sich inkarniert haben und zu deren Schicksal es offensichtlich gehörte, einen solchen Tod als Ausgleich selbstbewirkter Schuld zu erleiden.' Dies sind Äußerungen, die sich im Detail von derjenigen unterscheiden, welche Gegenstand des vorliegenden Rechtsstreits ist, sich jedoch in offensichtlicher geistiger Nähe zu dieser befinden." (Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts, Az. 7U 98/96 - 324 O 56/96, verkündet am 10. September 1996).

(Quelle: Universelles Leben - Eine Gefahr für die Tierrechtsbewegung, S.16-17)


Göttliches Gesetz gegen Migration?


Wenn das Motiv lautet: 'Ich will in ein reiches Land, obwohl ich in meinem Heimatland noch eine ausreichende Lebensgrundlagehabe', so ist das vom göttlichen Gesetz her gesehen kein hinreichendes Motiv, um den irdischen Be-stimmungsort zu verlassen. [...] Die Asylanten sind immer häufiger Ziel von gewalttätigen Aktionen jugendlicher Gruppen, die man schnell als 'rechtsradikal' einstuft.“ (Nicht, daß sie es etwa wären.) „Die Jugendlichen handeln aus bestimmten Motiven. [...] auch viele der Flüchtlinge [haben sich] aus ähnlichen Motiven auf die Flucht begeben: Arbeitslosigkeit, Zukunftslosigkeit, der Wunsch nach materieller Besserstellung, u.a.m.“ Gewalt gegen Asylbewerber ist demnach nur eine analoge Handlung zu deren Flucht? Ohnehin sind diese selbst schuld: „Was der Mensch sät, das muß er ernten. Die Saat der Gewalt geht nun auf. [...] So findet derzeit eine Durchmischung der Menschen statt, wie wohl nie zuvor. [...] Wenn ich in früheren Erdenleben in anderen Ländern inkarniert war und dort karmische Fäden 'gewirkt' habe, so kann es auch durch die Fluchtbewegungen heute evt. zu einer notwendigen Begegnung kommen. [Doch] dann kann es sein, daß wir dort zur unrechten Zeit auf Menschen treffen, mit denen wohl einiges zu bereinigen wäre, doch es ist noch nicht der rechte Zeitpunkt. [...] Das heißt, man sollte nicht leichtfertig sagen: Ich verlasse jetzt meinen Heimatort und gehe aneinen anderen Ort. Denn: Ich habe mich an diesem Ort auf dieser Erde inkarniert, zu solchen Menschen, mit denen ich etwas zu bereinigen oder abzutragen habe.“ (a. a. O.)

(Kommentierte Zitate aus dem UL-Organ Christusstaat 10/1992. Quelle: Universelles Leben - Eine Gefahr für die Tierrechtsbewegung, S.15-16)



Dokumentation: Veränderte Ul-Plakate, Sabotage in ul-nahen Läden
Beispiele für den Protest gegen Universelles Leben


  

Seit Anfang 2005 macht sich ein wenig mehr Widerstand gegen Universelles Leben bemerkbar. Aus Berichten auf www.de.indymedia.org geht hervor, dass es In verschieden Städten Aktionen gegen die Sekte und deren Verflechtungen gab: So wurden u.a. UL-"Tierschutz"-Plakate mit kritischen Spruchblasen kommentiert. Ende Januar wurden Berichten auf Indymedia zu Folge kleinere Sabotage-Aktionen gegen ul-nahe Naturkostläden in Frankfurt und Mannheim durchgeführt: Dort wurden u.a. Produkte mit Etiketten versehen, die auf Verflechtungen mit UL hinwiesen. Im März 2005 wurde in Giessen eine Flugblatt-Aktion vor einem Stand der ul-nahen Bio-Kette "Gut zum Leben" durchgeführt.

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: