Freeganismus
Dieser Text stammt von xshikarix und wurde ursprünglich auf seinem Blog - Dumpsterdiving Switzerland - veröffentlicht.
Ursprünge
Freeganismus ist ein Neologismus aus den Wortbestandteilen "free" (für gratis) und "vegan". Freeganismus entstammt zwei Bewegungen der 90er J
ahre, der Antiglobalisierungs- und Erdbefreiungsbewegung. Um diese Zeit entstanden auch "Food not Bombs"-Gruppen, die aus gecontainerten Lebensmitteln vegetarische oder
vegane Gerichte umsonst verteilten - ähnlich wie wir!
Ideologisches
Wie auf diesem Blog vielfach nachzulesen, geht es beim Freeganismus um einen Lebensstil, der sich gegen Konsum stellt. Es geht darum, ein Überleben zu sichern, ohne die konventionelle Wirtschaft zu unterstützen und ein Minimum an Ressourcen zu verbrauchen. Freegane Grundsätze sind Grosszügigkeit, Solidarität, Freiheit, Kooperation und Teilen - sie stehen im krassen Gegensatz zu den Prinzipien unserer Gesellschaft, wie Materialismus, moralische Apathie, Wettbewerb, Konformität, Gier... Somit ist Containern nicht nur Nahrungsmittelbeschaffung für Menschen ohne Geld, sondern ist als politisches Statement zu verstehen. Es sind genug Container für alle da.
Containern und Veganismus
Der Wortteil "vegan" in "freegan" ist damit erklärt, dass Menschen, die sich aus emanzipatorischen, ethischen und / oder ökologischen Beweggründen für einen veganen Le
bensstil entschieden haben - wie auch ich - durch das Containern den Verzehr und Gebrauch von Waren ermöglichen, die per se nicht vegan
sind. Dadurch, dass ein abgelaufenes Joghurt im Container eines Supermarkts allerdings aus der Verwertungslogik der Marktwirtschaft ausgeschieden ist, ist
es nicht unethisch, es zu konsumieren. Und wenn ich Foie gras in Containern entdecke, halte ich es eigentlich auch für unethisch, es nicht zu essen - die Gewalt und Unterdrückung
wurde schon ausgeübt, die Tiere wurden für einen Zweck ermordet (nämlich den Genuss ihrer fettigen Leber), der nicht
mehr erfüllt wurde. Hierin spiegelt sich der volle Umfang der eigentlichen Perversion dieses Überschusses. Jede Woche finde ich kiloweise Sushi, Würste, Räucherschinken oder Rippchen, die kein
Mensch mehr isst. Ich denke, es ist nur verständlich, wenn mensch sich ab und an fast verantwortlich dafür fühlt, dass die Sachen doch noch gegessen werden. Ich für meinen Teil kann mich mit
Milchprodukten oder eihaltigen Fertigprodukten arrangieren, aber bringe es nach fünf Jahren nicht mehr fertig, Leichenprodukte zu verspeisen.
Freeganism - we will eat your scrap, but we won't buy your crap!
Ursprünge
Freeganismus ist ein Neologismus aus den Wortbestandteilen "free" (für gratis) und "vegan". Freeganismus entstammt zwei Bewegungen der 90er J
ahre, der Antiglobalisierungs- und Erdbefreiungsbewegung. Um diese Zeit entstanden auch "Food not Bombs"-Gruppen, die aus gecontainerten Lebensmitteln vegetarische oder
vegane Gerichte umsonst verteilten - ähnlich wie wir!Ideologisches
Wie auf diesem Blog vielfach nachzulesen, geht es beim Freeganismus um einen Lebensstil, der sich gegen Konsum stellt. Es geht darum, ein Überleben zu sichern, ohne die konventionelle Wirtschaft zu unterstützen und ein Minimum an Ressourcen zu verbrauchen. Freegane Grundsätze sind Grosszügigkeit, Solidarität, Freiheit, Kooperation und Teilen - sie stehen im krassen Gegensatz zu den Prinzipien unserer Gesellschaft, wie Materialismus, moralische Apathie, Wettbewerb, Konformität, Gier... Somit ist Containern nicht nur Nahrungsmittelbeschaffung für Menschen ohne Geld, sondern ist als politisches Statement zu verstehen. Es sind genug Container für alle da.
Containern und Veganismus
Der Wortteil "vegan" in "freegan" ist damit erklärt, dass Menschen, die sich aus emanzipatorischen, ethischen und / oder ökologischen Beweggründen für einen veganen Le
bensstil entschieden haben - wie auch ich - durch das Containern den Verzehr und Gebrauch von Waren ermöglichen, die per se nicht vegan
sind. Dadurch, dass ein abgelaufenes Joghurt im Container eines Supermarkts allerdings aus der Verwertungslogik der Marktwirtschaft ausgeschieden ist, ist
es nicht unethisch, es zu konsumieren. Und wenn ich Foie gras in Containern entdecke, halte ich es eigentlich auch für unethisch, es nicht zu essen - die Gewalt und Unterdrückung
wurde schon ausgeübt, die Tiere wurden für einen Zweck ermordet (nämlich den Genuss ihrer fettigen Leber), der nicht
mehr erfüllt wurde. Hierin spiegelt sich der volle Umfang der eigentlichen Perversion dieses Überschusses. Jede Woche finde ich kiloweise Sushi, Würste, Räucherschinken oder Rippchen, die kein
Mensch mehr isst. Ich denke, es ist nur verständlich, wenn mensch sich ab und an fast verantwortlich dafür fühlt, dass die Sachen doch noch gegessen werden. Ich für meinen Teil kann mich mit
Milchprodukten oder eihaltigen Fertigprodukten arrangieren, aber bringe es nach fünf Jahren nicht mehr fertig, Leichenprodukte zu verspeisen.Freeganism - we will eat your scrap, but we won't buy your crap!
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